Alles, was du über Cannabis gegen Migräne wissen musst

Kopfschmerzen und Migräne sind für jeden Betroffenen eine Belastung und zudem auch nur schwer zu behandeln. Viele Patienten können mit Medikamenten von ihren Schmerzen und den zahlreichen anderen Symptomen ihrer Migräne nicht befreit werden, selbst wenn es sich um verschreibungspflichtige Mittel handelt.

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Cannabis gegen Migräne

Eine neue Wirkstoffvariante macht den Erkrankten aber neuen Mut: Cannabis wurde kürzlich als ärztliche Therapieform zugelassen. Mit den vielversprechenden Inhaltsstoffen dieser traditionell genutzten Pflanze kann Migräne-geplagten Menschen vielleicht geholfen werden.

In diesem Artikel erfährst du, was es mit Kopfschmerzen und Migräne auf sich hat – und wie Cannabis unter Umständen diese Probleme zu lindern vermag!

Welche Arten von Kopfschmerzen gibt es?

Nicht jeder Kopfschmerz ist gleich. Es gibt über 100 verschiedene Arten. Bei manchen Betroffenen ist der Schmerz direkt hinter der Stirn zu spüren, bei anderen treten die Schmerzen am Hinterkopf auf. Neben dem Ort der Schmerzen ist auch die Charakteristik verschieden: Kopfschmerzen werden als pochend, als stechend oder auch als drückend empfunden.

Aufgrund dieser Unterschiede kann es auch keine “Allheilmethode” geben. Jede Form des Kopfschmerzes muss anders betrachtet und behandelt werden. Somit ist es wichtig, erst einmal eine Diagnose zu stellen, um welchen Kopfschmerz es sich im Einzelfall handelt.

Insgesamt lassen sich jedoch die wichtigsten Arten in folgende Kategorien einteilen:

Neben den Spannungskopfschmerzen gibt es die

  • medikamenteninduzierte Kopfschmerzen,
  • die Klusterkopfschmerzen und natürlich
  • die Migräne.

Vor allem mit der Migräne werden wir uns im späteren Teil noch ausführlicher beschäftigen.

Spannungskopfschmerzen

Spannungskopfschmerzen sind die häufigste Form von Kopfschmerzen. Solche Kopfschmerzen beginnen normalerweise langsam und steigern sich allmählich im Laufe des Tages.

Die Bandbreite erstreckt sich hierbei von seltenen Attacken bis hin zu einem chronischen Kopfschmerz. Im Normalfall äußern sich die Schmerzen in beiden Hälften des Kopfes und der Betroffene hat das Gefühl, als würde der Kopf eingeengt werden.

Bei Spannungskopfschmerzen wird die Stärke des Schmerzes von schwach bis mäßig beschrieben. Es kann auch sein, dass sich die Schmerzen bis in den Nackenbereich ausdehnen und eine Verspannung der Muskeln hervorrufen, die sich ebenfalls schmerzhaft anfühlt.

Medikamenteninduzierte Kopfschmerzen

Wie der Name schon sagt, wird diese Art von Kopfschmerzen von der langfristigen Einnahme von gewissen Medikamenten verursacht. Dabei handelt es sich ironischerweise häufig um Medikamente, die die Kopfschmerzen eigentlich bekämpfen sollten! Bei zu langer Einnahmedauer stellt sich aber allzu häufig genau das Gegenteil ein.

Die Schmerzsituation ist in den meisten Fällen chronisch und tritt bei öfter als 15 Tage im Monat auf. Die Kopfschmerzen beginnen in der Regel schon früh am Morgen und bestehen den ganzen Tag. Dabei kann sich die Ausprägung der Schmerzen selbst von Tag zu Tag unterscheiden.

Viele Betroffene haben zusätzlich zum Kopfschmerz auch noch andere Begleitsymptome. Beispielsweise wird von Nackenschmerzen berichtet, von einem Gefühl der Rastlosigkeit oder es kann auch die Schlafqualität negativ betroffen sein.

Cluster-Kopfschmerzen

Cluster-Kopfschmerzen sind heftige plötzliche Schmerzattacken, die zwischen 15 Minuten und 3 Stunden andauern können. Diese Attacken treten vor allem einseitig und im Bereich von Schläfe und Augen auf und werden als stechend oder auch brennend beschrieben.

Diese einzelnen Schmerzvorfälle können sich schlimmstenfalls bis zu 8 Mal am Tag wiederholen und viele Wochen, sogar Monate andauern.

Als Nebensymptome können Schwellungen des Nasen- und Augenbereiches auftreten, auch die Augenlider können in Mitleidenschaft gezogen werden. Des Weiteren kann es bei Cluster-Kopfschmerzen vorkommen, dass die Nasenpassage der betroffenen Seite verstopft oder ein ständiges Naselaufen hervorgerufen wird.

Symptome bei Migräne

Was ist Migräne?

Nach offiziellen Zahlen sind Millionen Deutsche von Migräne betroffen! Diese Art des Kopfschmerzes zählt als die häufigste Kopfschmerzerkrankung und kann sogar schon bei Kindern auftreten. Frauen sind von Migräne häufiger betroffen als Männer.

In der Wissenschaft ist Migräne als ein Kopfschmerz definiert, der 4 bis 72 Stunden lang anhält und normalerweise einseitig und pulsierend auftritt. Die Intensität des Schmerzes schwankt dabei zwischen mäßig bis schwer.

Neben der Schmerzsymptomatik des Kopfes können außerdem noch mehrere andere Schmerzprobleme auftauchen. Bei der Migräne im Allgemeinen kann es auch zu Übelkeit, Erbrechen oder Sehstörungen kommen.

Welche Symptome treten bei Migräne genau auf?

Die verschiedenen Symptome einer Migräne lassen sich in 4 Phasen einteilen: Das Prodrom, die Phase der Aura, dem folgt die eigentliche Attacke und die vierte Phase wird als das Postdrom bezeichnet. Dabei ist es aber zwangsläufig nicht so, dass jeder Patient auch sämtliche Phasen durchläuft.

Das Prodrom

Es kann sein, dass ein oder zwei Tage vor der Migräne bereits kleinere Warnzeichen auftreten. Diese umfassen zum Beispiel:

  • Stimmungsschwankungen, die von depressiv bis euphorisch reichen können
  • Verstopfung
  • Außergewöhnliche Lust auf gewisse Nahrungsmittel
  • Vermehrter Durst und Harndrang

Die Aura

Bei einigen Menschen tritt vor der Migräne eine sogenannte Aura auf. Das ist eine Ansammlung von Symptomen, die vom Nervensystem herrührt und nur kurzzeitig vorkommt. Die Dauer einer Aura kann sich dabei von 20 bis 60 Minuten erstrecken.

Die einzelnen Symptome treten allmählich auf und werden dann immer stärker. Wie bei den Phasen allgemein, müssen nicht alle Symptome tatsächlich auftreten.

Die Aura kann sich unter anderem folgendermaßen bemerkbar machen:

  • Verlust der Sehkraft
  • Eine eingeschränkte Sprachfähigkeit
  • Körperliche Schwäche
  • Das Auftreten von visuellen Phänomenen, wie das Sehen von Formen, hellen Punkten oder Lichtblitzen
  • Das Hören von Geräuschen oder auch von Musik
  • Das Empfinden von Schmerzen in Armen und Beinen, die von unsichtbaren Nadeln verursacht werden
  • Plötzlich auftretende Zuckungen oder andere unwillkürliche Bewegungen

Die Attacke

Die eigentliche Schmerzattacke dauert 4 Stunden bis zu 3 Tagen. Wie oft diese einzelnen Anfälle auftreten kann von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein. Die Bandbreite geht dabei von sehr seltenen Vorfällen bis zu mehreren Malen im Monat.

Während der Attacke können sich diese Symptome äußern:

  • Ein starker Schmerz, der normalerweise auf einer Seit des Kopfes zu spüren ist, aber auch beide Seiten betreffen kann. Dieser Schmerz wird als pochend oder pulsierend empfunden
  • Eine verstärkte Empfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen, eventuell auch gegenüber Gerüchen oder Berührungen
  • Übelkeit und Erbrechen

Das Postdrom

Wenn die Migräneattacke vorüber ist, kann es sein, dass du Dich bis zu 24 Stunden noch ausgelaugt  und körperlich schwach fühlst. Einige wenige berichten dagegen, dass sie sich extrem gut und lebendig fühlen.

Außerdem kann es sein, dass plötzliche Kopfbewegungen die vorherigen Schmerzen wieder hervorrufen. Diese Schmerzen treten dann aber nur kurzzeitig auf.

Was sind die Ursachen von Migräne?

Die exakten Ursachen der Migräne sind noch nicht abschließend erforscht. Es scheint aber, dass sowohl genetische Faktoren als auch Umweltfaktoren eine wichtige Rolle spielen.

Die meisten Wissenschaftler sind sich darin einig, dass die Nerveninteraktion des Hirnstamms mit dem Trigeminusnerv für die Schmerzen verantwortlich ist. Genauer gesagt tritt bei den Betroffenen ein Ungleichgewicht bei denjenigen Botenstoffen auf, die die Schmerzsituation in unserem Körper regulieren. Diese Botenstoffe beinhalten zum Beispiel auch das Hormon Serotonin.

Aufgrund dieser Erkenntnis untersuchen Forscher in letzter Zeit verstärkt die Rolle von Serotonin. Es können bei der Entstehung von Migräne aber auch noch andere Botenstoffe wichtig sein.

Auslöser von Migräne

Migräne kann viele verschiedene Auslöser haben. Diese beinhalten zum Beispiel:

  • Eine Veränderung im Hormonhaushalt, vor allem bei Frauen
  • Alkoholische Getränke
  • Psychischer Stress
  • Zu wenig Schlaf
  • Eine lang andauernde Einnahme von Medikamenten
  • Zusatzstoffe in Nahrungsmitteln, wie beispielsweise künstliche Süßungsmittel oder Konservierungsstoffe

Cannabis Hauptwirkstoffe

Die beiden Hauptwirkstoffe von Cannabis: THC und CBD

Cannabis ist eine seit Jahrtausenden von vielen Kulturen genutzte Pflanze. Neben vielfältigen Möglichkeiten, den Stamm und die Blätter als Ressource zu benutzen, hat Cannabis in den Blüten eine große Bandbreite an medizinisch wirksamen Stoffen. Zwei der bekanntesten Wirkstoffe wollen wir uns genauer ansehen, genauer gesagt das Tetrahydrocannabinol (THC) und das Cannabidiol (CBD).

THC ist der Bestandteile der Pflanze, der vor allem für die berauschende Wirkung und die anderen psychoaktiven Wirkungen verantwortlich ist. Neben dem “High” kann  Tetrahydrocannabinol außerdem noch Gefühle wie Angst und Euphorie hervorrufen. Auch veränderte Sinneswahrnehmungen und Bewusstseinsveränderungen gehören in diesen Bereich

Neben diesen psychischen Wirkungen sagt man THC auch nach, schmerzlindernd zu sein und den Appetit zu steigern. Weitere biologische Eigenschaften sind unter anderem die positiven Effekte von THC auf Entzündungsherde im Körper. Diese Eigenschaft weist aber nicht nur das THC auf, auch Cannabidiol (CBD) hat diesen Vorteil auf seiner Seite.

CBD entfaltet im Gegensatz zu THC keine berauschende Wirkung oder eine veränderte Wahrnehmung. Stattdessen wirkt CBD dahingehend, dass es Schmerzen lindern kann, Übelkeit vermindert und, wie erwähnt, die Entzündungssituation des Körpers verbessert.

Ein weiterer Vorteil von CBD ist, dass es epileptische Anfälle 1)Devinsky O et al: Trial of Cannabidiol for Drug-Resistant Seizures in the Dravet Syndrome. N Engl J Med. 2017;376(21):2011-2020. in Schach halten kann. Im Allgemeinen entfalten jedoch THC und CBD ihre Wirkung synergistisch, das heißt, beide Wirkstoffe in Kombination wirken besser als nur einer allein.

Was ist medizinisches Cannabis?

Medizinisches Cannabis ist ein staatlich kontrolliertes Endprodukt der Cannabispflanze, welches bestimmten Normen unterworfen wird. Durch diesen Prozess haben alle Produkte eine durchgängige und gleichbleibende Konzentration der Wirkstoffe. Diese können Einzeldosen von THC oder CBD beinhalten, aber auch Produkte, die beide Wirkstoffe in Kombination aufweisen.

Das Verhältnis dieser beiden Stoffe zueinander wird davon bestimmt, was man mit dem Mittel erreichen will und wie sich die Situation des Patienten äußert. Wir müssen dabei aber beachten, dass der Herstellungsprozess des optimalen Medikaments noch in den Kinderschuhen steckt – das beinhaltet natürlich auch die noch sehr junge Forschungslage.

Demgegenüber ist THC vom Schwarzmarkt – oder vom “Dealer um die Ecke”- weder reguliert noch standardisiert. Das heißt, dass der Verbraucher keine Ahnung davon hat, was wirklich in dem Produkt steckt, welches Konzentration es aufweist oder welches Verhältnis der Wirkstoffe. Bei diesen Quellen kann es außerdem vorkommen, dass völlig andere Stoffe drin sind, die unter Umständen extrem gesundheitsschädlich sein können!

Das Endocannabinoid System

Was ist das Endocannabinoid-System?

Der menschliche Körper hat eine Unmenge von Rezeptoren für verschiedenste Botenstoffe. Unter anderem haben wir auch Rezeptoren, die die Botenstoffe der Cannabinoide verarbeiten. Diese Rezeptoren sind sogar 10fach öfter vorhanden, als Opioid-Rezeptoren und finden sich vor allem im Gehirn

Interessanterweise stellt unser Gehirn seine eigenen wirksamen Cannabinoide her, die sogenannten Anandamide.

Was ist nun der Zweck des Endocannabinoid-Systems? Es hilft uns dabei, die natürlichen Funktionen des Körpers aufrecht zu erhalten. Dabei erstreckt es sich auch auf alle anderen Organe, nicht zuletzt auch auf unser Nervensystem und kontrolliert somit auch unsere neurologischen Prozesse.

Auf mikroskopischer Ebene haben Cannabinoide die Aufgabe, Nervenzellen zu beruhigen, die von anderen Reizen überstimuliert werden.

 Wie wirkt Cannabis bei Migräne und kann es helfen?

Wie bereits erwähnt, sind die genauen Zusammenhänge wie Migräne entsteht noch nicht vollständig erforscht. In den letzten Jahren ist aber das körpereigene Endocannabinoid-System in den Mittelpunkt der Wissenschaft gerückt. Daten aus neueren Studien haben nämlich die Vermutung nahegelegt, dass ein Mangel an körpereigenen Cannabinoiden für die Entstehung von Migräne verantwortlich sein kann.

Dieser Mangel, beziehungsweise diese Fehlregulation, führt dazu, dass der Körper selbst zu wenig Anandamide herstellt (siehe oben) und dadurch die Beruhigung der überstimulierten Nervenzellen ausbleibt – mit verheerenden und schmerzvollen Konsequenzen!

Nun stellt sich aber die Frage, ob Cannabis bei Migräne eine positive Wirkung entfaltet. Leider ist es aber so, dass die Forschungslage in diesem Bereich noch nicht belastbar ist, definitive Aussagen sind also nur schwer möglich. Das lässt sich unter anderem darauf zurückführen, dass es aktuell noch sehr wenige fundierte und belastbare Studien gibt, die sich mit diesem Themenkomplex befassen.

Cannabis auf Rezept

Cannabis auf Rezept

Grundsätzlich ist die aktuelle Situation für Migränepatienten, dass der medizinische Einsatz von Cannabis erlaubt ist. Seit dem März 2017 dürfen Ärzte ihren Patienten medizinisches Marihuana verschreiben.

Leider ist aber immer noch so, dass sich viele Ärzte wegen der anrüchigen Vergangenheit der Nutzpflanze nicht trauen, es auf Rezept freizugeben. Somit ist es nach wie vor schwierig, medizinisches Cannabis aus einer vertrauenswürdigen Quelle zu bekommen.

Nebenwirkungen von Cannabis

Der Konsum von Cannabis kann dazu führen, dass Du dich schwindlig, verwirrt, schläfrig oder auch gereizt fühlst. Dabei ist es auch egal, ob es geraucht oder gegessen wurde.

Ein dauerhaftes Rauchen von Marihuana kann zudem möglicherweise deine Lunge schädigen und auch dein Herztätigkeit negativ beeinflussen. Nebenwirkungen kann man nur entgehen, indem man den Konsum auf zeitlich sehr begrenzte Fälle einschränkt.

Wer sollte Cannabis nicht nehmen?

Es wird empfohlen, dass folgende Patientengruppen auf den Gebrauch von Cannabis verzichten:

  • Personen unter 21 Jahren. (Bei jüngeren Menschen ist die Gehirnentwicklung noch nicht vollständig abgeschlossen!)
  • Personen, die bereits eine Vorgeschichte mit dem Missbrauch von Drogen haben
  • Menschen, die mit einer psychischen Erkrankung belastet sind, vor allem bei Schizophrenie
  • Schwangere und stillende Frauen. (Auch die Gesundheit des Kindes steht auf dem Spiel!)
  • Die Menschen, die aufgrund ihres Berufes Kraftfahrzeuge fahren oder schwere Maschinen bedienen müssen

Zusätzlich sollten die Menschen vom Rauchen des Stoffes absehen, die bereits an einer Lungenerkrankung leiden.

Kann CBD bei Migräne helfen und wie?

Nachdem Du dich jetzt mit den Zusammenhängen von THC und Migräne vertraut gemacht hast, wollen wir den anderen Wirkstoff der Cannabispflanze unter die Lupe nehmen: Das Cannabidiol, kurz CBD.

CBD in Reinform bringt keine psychoaktiven Veränderungen mit sich sondern wirkt rein auf der biologischen Ebene. Wie Du sicher weißt, haben einige Studien bereits angedeutet, dass CBD eine schmerzstillende Wirkung entfalten können.

Leider gibt es aber, genau wie bei THC, noch keine klinisch belastbare Studie, die sich spezifisch mit der Thematik CBD und Migräne beschäftigt hat. Wir müssen also andere Ergebnisse zu Rate ziehen.

Beispielsweise wurden bereits Forschungen unternommen, die Cannabidiol als eine mögliche Therapieform bei allerlei anderen Diagnosen nahe legen. Unter anderem wurde beleuchtet, inwiefern CBD bei Epilepsie, neuropathischen Schmerzen oder Entzugserscheinung von Vorteil sein kann.

Die Forschungsergebnisse 2)Manzanares J, Julian M, Carrascosa A. Role of the cannabinoid system in pain control and therapeutic implications for the management of acute and chronic pain episodes. Curr Neuropharmacol. 2006 Jul;4(3):239-57. dieser anderen Studien deuten an, dass CBD mithilfe der körpereigenen Cannabinoid-Rezeptoren eine Schmerzlinderung bewirkt.

Ähnlich wie bei THC wirkt CBD in diesen Regelkreislauf mit hinein und verhindert, dass der Körper seine selbst produzierten Anandamide vorzeitig verstoffwechselt.

Es ist ausgesprochen wichtig, dass dieser Haushalt im Gleichgewicht bleibt, um einer übermäßigen Schmerzempfindlichkeit vorzubeugen.

Der zweite wichtige Punkt bei der Anwendung von CBD bei Schmerzen ist, dass dieser Stoff nachweislich Entzündungen im Körper verbessert und somit die Schmerzen reduziert. Außerdem kann CBD dabei helfen, das körpereigene Immunsystem zu stärken.

CBD Verwendungsmöglichkeiten

Welche Verwendungsmöglichkeiten gibt es bei CBD?

Die medizinisch nutzbringende Wirkung von Cannabis wird schon seit über 3000 Jahren in der traditionellen Heilkunst verwendet. Damals wie heute wurde Cannabis benutzt, um Schmerzen zu stillen, Entzündungen zu behandeln oder auch um neurologische Probleme loszuwerden.

Ähnlich wie beim THC kann Cannabidiol geraucht, gevapet oder verzehrt werden. Zusätzlich steht einem noch die Möglichkeit offen, den Wirkstoff als Salbe zu applizieren oder das CBD-Öl unter der Zunge zu belassen. Andere Produkte wären CBD Kapseln, die Du einfach nur schlucken musst oder auch ein CBD Nasenspray.

Wenn du an Migräne erkrankt bist und du mit dem Thema CBD noch nicht vertraut bist, solltest du die Dosierung niedrig ansetzen und dich sehr bedächtig nach oben arbeiten. Unerwünschten Nebenwirkungen kannst Du damit aus dem Weg gehen.

Wenn du schon Erfahrung mit CBD hast und eine akute Migräneattacke vor der Tür steht, sind die Formen des Nasensprays oder des Vapens diejenigen, die am schnellsten wirken. Aber auch hier ist Vorsicht geboten!

Mögliche Nebenwirkungen von CBD

Die bisherigen Studien haben gezeigt, dass die Verwendung von CBD und CBD Öl nur minimale Nebenwirkungen mit sich bringen. Deswegen entscheiden sich auch so viele Endverbraucher dafür, apothekenpflichtigen Medikamenten den Rücken zu kehren, die unter Umständen süchtig machen.

Dennoch können User bei dem Gebrauch von CBD Erschöpfungserscheinungen erfahren, genauso wie einen verstimmten Magen oder allgemeine Müdigkeit. CBD kann auch dazu führen, dass sich die Körperzusammensetzung und der Appetit in eine negative Richtung entwickelt.

Selbstverständlich kommt es bei möglichen Nebenwirkungen auch darauf an, wie genau du das CBD einnimmst. Wenn Du einen Vaporizer verwendest, kann dies zu Husten, Keuchen oder Atembeschwerden führen. Auch bei allgemeinen Atemschwierigkeiten, Asthma oder anderen Lungenbeschwerden ist diese Variante nicht zu empfehlen.

Wie bei allen physiologisch wirksamen Mitteln ist es ratsam, den Hausarzt zu möglichen Nebenwirkungen zu befragen.

Es ist in diesem Zusammenhang auch enorm wichtig, dass du deine anderen Medikamente beachtest du du eventuell einnimmst. Es ist nämlich durchaus möglich, dass CBD mit diesen nachteilig zusammenwirkt. Vor allem solltest du aufpassen bei:

  • Antibiotika
  • Antidepressiva
  • Blutverdünnern

Noch ein wichtiger Zusatzpunkt: Sei bitte extra vorsichtig, wenn du CBD gleichzeitig mit Grapefruit und einem Medikament einnimmst! Warum? Nun, CBD wirkt mit Grapefruit dahingehend, dass es den körpereigenen Abbauvorgang von Medikamenten bedeutend verschlechtert.

CBD Studien

Studien

Weil in den USA Cannabis als eine harte Droge eingestuft wird, war es bisher nicht möglich großangelegte Studien durchzuführen. Man braucht aber belastbare Studien in diesem Bereich, um definitive Aussagen machen zu können. Das betrifft sowohl die Wirksamkeit, als auch die Dosierung.

Studien, die randomisiert und doppelblind durchgeführt wurden, lassen sich nur schwer finden – umso weniger Studien gibt es aktuell, die sich den Zusammenhang Cannabis, CBD und das Krankheitsbild Migräne vorgenommen hatten. Deswegen müssen wir uns hier vor allem auf Ergebnisse stützen, deren Daten auf kleineren Studien, Einzelberichten und Umfragen basieren.

Einer der bislang größten Studien wurde 2016 in Colorado durchgeführt. Hier wurden 121 Migränepatienten betreut, die medizinisches Cannabis bekamen. Am Ende der Studie stellte sich heraus, dass sich bei über 85% der Studienteilnehmer eine Verbesserung ihrer Migräne eingestellt hatte: Die Frequenz ihrer Kopschmerzttacken hatte sich im Durchschnitt von 10 auf 5 pro Monat verringert. 3)Rhyne DN et al., Effects of Medical Marijuana on Migraine Headache Frequency in an Adult Population. Pharmacotherapy, 2016

Während der Bereich der Migräne noch bedeutend mehr Forschungsergebnisse nötig hat, wurden bei der allgemeinen Schmerzbehandlung große Studien durchgeführt. Bei zahlreichen Studien wurden sowohl Cannabis als auch Cannabinoide dahingehend untersucht, ob sich eine positive Wirkung einstellt.

Bei einer Meta-Analyse von insgesamt 38 Studien zeigen die Daten, dass bei 71% dieser Studien die Teilnehmer eine Verringerung ihrer Schmerzen feststellen durften. Diese Studien waren wohlgemerkt hauptsächlich von der Sorte, die nach den höchsten Standards durchgeführt wurden: randomisiert und doppelblind. Unter diesen positiven Studien waren auch einige dabei, bei denen die Patienten ihre Migräne verbessert sahen – wenn auch nur als begleitender Nebeneffekt. 4)Eva Martín-Sánchez et al., Systematic Review and Meta-analysis of Cannabis Treatment for Chronic Pain 2009

Fazit

Wenn es um die Anwendung von Cannabis, von THC und/oder CBD bei Migräne geht, stehen wir momentan noch ziemlich im Dunkeln. Dass THC und CBD eine positive Wirkung haben können, wenn es um Schmerzen im Allgemeinen geht, steht wohl außer Frage. Die Meta-Analyse von mehreren Dutzend Studien hat diesen Punkt unter Beweis gestellt.

Da die meisten Forschungsgelder in den Vereinigten Staaten ausgegeben werden, die rechtliche Situation dieser Wirkstoffklasse aber erst seit kurzem legal ist, ist mit großangelegten Studien bisher nicht viel passiert. Wir werden uns gedulden und den weiteren Verlauf abwarten müssen.

Auch in Deutschland zeigt sich eine vergleichbar verfahrene Situation: Cannabis und dessen Bestandteile wurden zwar vom medizinischen Betrieb zugelassen, die Ärzteschaft ist aber größtenteils immer noch eher in einer Ablehnungshaltung. Es gibt aber auch alternative Ärzte, die Cannabis in der Therapie nutzen!

Schmerzgeplagte Patienten, die unter Kopfschmerzen und Migräne leiden, werden auf die lange Sicht auf Eigenexperimente verzichten können, was die Dosierung und die Art der Medikation angeht. Immer mehr Ärzte werden CBD aufgrund seiner positiven Wirkung verschreiben.

CBD-Öle und CBD Produkte im Allgemeinen können also eine gute und relativ sichere Methode sein, die gesundheitlichen Probleme beziehungsweise die Schmerzen und auch die Migräne in den Griff zu bekommen!

Quellen   [ + ]

    Manuel Bayer

    Hey, ich bin Manuel Bayer. Ich bin leidenschaftlicher Hanf-Nutzer und befürworte dessen positive Eigenschaften. Und um diese dem Menschen schmackhaft zu machen, leistete ich mit meinem ersten Blog Aufklärungsarbeit. Heute habe ich mich auf Cannabidiol spezialisiert und beantworte alle Fragen rund ums Thema.