Kann Cannabis gegen Asthma helfen?

Jeder kennt den Begriff Asthma und ist möglicherweise selbst davon betroffen. Doch was ist Asthma genau? Wer ist davon betroffen? Gibt es zu der medikamentösen Behandlung auch Alternativen? Hilft Cannabis gegen die Erkrankung und wie ist dessen Wirkung?

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Cannabis gegen Asthma

Wir haben uns auf die Suche gemacht und sind den Fragen auf den Grund gegangen. In diesem Artikle erfährst du unter anderem was Asthma genau ist, welche Alternativen Behandlungsformen es gibt sowie wie Cannabis gegen die Symptome helfen kann.

Schon vor Jahrtausenden wurde Cannabis zur Behandlung von Erkrankungen der Atemwege angewandt. Mediziner empfahlen bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts ihren Patienten immer wieder Cannabinoide aus der Cannabispflanze. Diese lassen die Bronchien genauso erweitern wie die Asthmamedikamente.

Was ist Asthma?

Bei Asthma handelt es sich um eine Lungenerkrankung, genauer gesagt eine Erkrankung der Bronchien. Die Luftwege verengen sich und es entsteht Kurzatmigkeit oder Husten. Dies kann bis dahin führen, dass bei Anfällen Atemnot entsteht. Asthma ist eine der häufigsten Erkrankungen bei Kindern.

Man unterscheidet 4 verschiedene Ausprägungen:

  • Asthmaanfall: Beschwerden nehmen innerhalb weniger Stunden zu, ohne Behandlung auch bis zum Tod.
  • Status asthmaticus: Trotz des Einsatzes von Medikamenten setzt sich der Asthmaanfall fort und dauert länger als 24 Stunden.
  • Dauerasthma: Patienten leiden unter chronischen Beschwerden, die Wochen bis Jahre andauern.
  • Schwerste Anfälle: Führen innerhalb von Minuten bis zur Bewusstlosigkeit

Weiters unterscheidet man 4 Krankheitsstadien:

  • Stufe 1: leichtes, gelegentlich auftretendes Asthma (Beschwerden max. 1x pro Woche)
  • Stufe 2: leichtes, anhaltendes Asthma (Beschwerden öfter als 1x pro Woche)
  • Stufe 3: mittelschweres, anhaltendes Asthma (tägliche Beschwerden)
  • Stufe 4: schweres, anhaltendes Asthma (ständige Beschwerde)

Was sind die Ursachen für diese Atemwegserkrankung?

Die Ursachen für diese Erkrankung sind bis dato noch nicht nachgewiesen. Verschiedene Faktoren sind jedoch bekannt, die das Risiko erhöhen. Dazu zählen

  • Vererbung
  • Atemwegsinfektionen
  • Tabakkonsum
  • Schädliche Stoffe in der Luft (Schwefeldioxid, Stickoxide, Ozon)
  • Medikamenteneinnahme während der Schwangerschaft (Antibiotika, Paracetamol)

Doch sehen wir uns die Symptome noch ein Mal im Detail an.

Welche Symptome zeigen sich bei Asthma?

Typische Symptome sind:

  • Atemnot, diese tritt meistens in Verbindung mit einem Anfall statt, oft nachts oder am frühen Morgen auf
  • erschwertes Ausatmen
  • Kurzatmigkeit
  • laute Atemgeräusche (brummen, pfeifen)
  • Gefühl einer Brustenge
  • Trockener Husten in Verbindung mit einem Anfall
  • Reizhusten mit glasig-zähem Schleim, den man zwischenzeitlich kaum abhusten kann
  • Durch gewisse Substanzen werden die Beschwerden ausgelöst

Medikamente bei Asthma

Medikamente & Behandlung bei Asthma

Asthma ist bis dato noch nicht heilbar, aber mit den richtigen Medikamenten gut behandelbar. Verschiedene therapeutische Hilfen stehen bei der Behandlung zur Verfügung. Das Ziel, wie bei jeder Behandlung ist es, dass der Patient am täglichen Leben so gut wie beschwerdefrei teilnehmen kann.

Für eine erfolgreiche Behandlung sind vor allem 4 Punkte wichtig:

  • Richtige Einnahme von Medikamenten
  • Vermeidung von Auslösern
  • Gute Patientenschulung und die Umsetzung des Erlernten
  • Ärztliche Kontrolle des Krankheitsverlaufes

Ziele einer erfolgreichen Behandlung sind:

  • Verringerung der Entzündungen in den Atemwegen
  • Beschwerdefreiheit
  • Ungestörter Nachtschlaf
  • Keine Notfallbehandlungen
  • Keine Verschlechterungsschübe
  • Geringer Verbrauch an Medikamenten
  • Normale Lungenfunktion
  • Sportliche Betätigung ermöglichen
  • Fast keine Nebenwirkungen durch Medikamente

Bei Asthma-Behandlungen mit Medikamenten werden am häufigsten folgende Arzneimittel eingesetzt:

  • Bronchienerweiternde Asthma Arzneimittel:
    Sie erweitern die Atemwege und lösen die verkrampfte Muskulatur.
  • Behandlung mit entzündungshemmenden Arzneimittel:
    Die Wirkstoffe bewirken den Rückgang der Schwellung in den Atemwegen und somit den Rückgang der Schleimbildung.

Cannabis Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen können bei konventionellen Medikamenten auftreten?

Über die möglichen Nebenwirkungen der Arzneimittel entscheiden der Wirkstoff, die Art der Anwendung und die Dosierung. Medikamente, die über einen Asthma-Spray inhaliert werden, werden oft besser vertragen, als die Tabletteneinnahme.

Folgende Nebenwirkungen können eintreten:

  • Husten, Heiserkeit, Pilzinfektionen
  • Schlafstörungen
  • Magen-Darm-Probleme

Gibt es alternative Behandlungen?

Oberste Priorität von jedem Asthmatiker sollte eine gesunde Lebensweise sein. Stress und Genussmittel, wie Alkohol und Nikotin sollten absolut vermieden werden. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr und Bewegung sind wichtig, um den Kreislauf stabil zu halten und den Abtransport von Schleim zu fördern.

Folgende alternative Behandlungen sind möglich:

  • Akupunktur
  • Orthomolekulare Medizin (Omega-3-Fettsäuren oder Magnesium können sich positiv auf chronische Entzündungen auswirken.
  • Phytotherapie (Verwendung von Heilpflanzen, wie Fenchel, Lindenblüten, Thymian)
  • Schüssler Salze
  • Homöopathische Behandlung (optimal für Kinder)

So hilft Cannabis gegen Asthma

Zahlreiche Wissenschaftler forschten bereits in den 70iger Jahren mit der Verwendung von Cannabis bei Asthma. 1974 wurde eine Studie veröffentlicht, bei der eine Gruppe von Probanden mit THC und eine andere Gruppe mit Isoproterenol behandelt wurden. Die Wirkung wurde von THC war zwar schwächer, dafür hielt der Effekt der bronchienerweiternden Wirkung länger an 1)Tashkin DP et al. Effects of smoked marijuana in experimentally induced asthma. American Review of Respiratory Disease 1975.

Im Jahr 2014 stimulierten französische Forscher Muskelgewebe von 88 Patienten elektrisch, um eine Kontraktion auszulösen. THC wurde hierbei verabreicht. Das Ergebnis dieser Studie war der Nachweis, dass THC die Muskelkontraktionen verminderte und somit eine krampflösende Wirkung zeigte 2)Grassin-Delyle et al., Cannabinoids inhibit cholinergic contraction in human airways through prejunctional CB1 receptors. Br J Pharmacol. 2014

Die schmerzlindernde Eigenschaft von Cannabis wird auch in zahlreichen Studien nachgewiesen 3)Hill KP, Medical Marijuana for Treatment of Chronic Pain and Other Medical and Psychiatric Problems: A Clinical Review. 2015, JAMA. Viele Asthmapatienten beschreiben Brustschmerzen (stechend) bei einem akuten Anfall. Hier kann eine Linderung durch Cannabis erfolgen.

Wirkung: Wie wirken Cannabis Medikamente?

Folgende Wirkung kann bei der Anwendung von cannabis haltigen Wirkstoffen auftreten:

  • Schmerzlinderung: Cannabinoide können bei der Reduktion von asthmatischen Schmerzen (stechen, brennen in der Lunge) hilfreich sei. Sie vermindern den Druck und die Verengung in der Lunge und wirken auf die schmerzempfindlichen Nervenzellen selbst ein.
  • Bronchodilatorisch: Während eines Anfalles verengen sich die Bronchiolen, wodurch der Zufluss der Sauerstoffmenge auf ein minimalstes reduziert werden kann. Bei der Verwendung von Cannabis besteht die Möglichkeit, dass sich die Bronchien erweitern.
  • Krampflösend: Die glatte Muskulatur der Bronchien und Bronchiolen ziehen sich während eines Anfalles zusammen, verengt sich und kann sich auch entzünden. THC kann diese Muskelkontraktionen reduzieren und dadurch die Verengung der Bronchien verringern.
  • Schleimlösend: Es ist nicht bewiesen, ob Cannabis schleimlösend wirken kann, ob in Form des Verdampfens oder Rauchens.

Cannabis Medikamente

Welche Nebenwirkungen / Risiken gibt es?

Die Wirkstoffe aus Cannabis können durchaus positive Auswirkungen auf die Lunge haben. Die Substanzen werden dort verstoffwechselt. Bereits der direkte Kontakt von Cannabis mit der Lungenoberfläche zeigt positive Effekte auf die Atmung.

Risiken beim Rauchen

Die Nebenwirkungen erhöhen sich, wenn man pflanzliches Material raucht. So entstehen auch bei dem Verbrennen von Cannabis viele Nebenprodukte. Durch einen Vaporizer oder der oralen Einnahme werden diese schädlichen Reaktionen minimiert.

Folgende Nebenwirkungen können auftreten:

  • Reizungen der Atemwege
  • Teerablagerungen
  • Verminderte Sauerstoffaufnahme des Blutes
  • Krebserregende Stoffe
  • Allgemeine Verschlechterung der Lunge

Wir raten daher allen Asthmapatienten dringend von der Einnahme von Cannabis über die Lungen ab.

Rauchen, Vapen oder anders einnehmen? Richtlinien zur Verwendung von Cannabis gegen Asthma

Cannabis bei asthmatischen Beschwerden ist nicht empfehlenswert, auch nicht in Kombination mit Tabak. Die Entwicklung einer Bronchitis ist zu hoch. Durch eine Bronchitis erhöht sich die Schleimproduktion und die Asthmasymptome werden verstärkt. Durch die Verwendung eines Vaporizers wird nur der Dampf eingeatmet, nicht aber der Rauch. Auch diese Einnahmeform ist jedoch mit Vorsicht zu genießen.

Alternativen für den Konsum von Cannabisprodukten wären zum Beispiel der Verzehr von Kapseln oder den klassischen Tee zu trinken. Auch CBD Öl ist wunderbar geeignet.

Konsultiere einen Arzt deines Vertrauens

Wenn du unsicher bist, ist es ratsam mit dem Arzt deines Vertrauens über die Einnahme von Cannabis als Medizin zu sprechen. Potenzielle Risiken können so ausgeschlossen werden. Dieser kann dich auch professionell über die Wirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten aufklären.

Ist CBD Öl eine gute Alternative?

Die Verwendung von legalen CBD bei Asthma ist die Alternative gegenüber pharmazeutischen Produkten und THC. Bereits mit einer Drei-Tropfen-Dosis kann einer Verbesserung der Symptome eintreten. Insbesonder bei

kann CBD eine positive Wirkung hervorrufen. Auch wissenschaftliche Studien legen diese Vermutung nahe.

Fazit

Cannabis als Medizin kann auch bei Asthma eine positive Wirkung hervorrufen. Achte jedoch bitte darauf die chemischen Stoffe nicht zu rauchen. Es bieten sich zahlreiche Alternativen wie zum Beispiel das CBD Öl.

Studien legen nahe, dass CBD für zukünftige Behandlungen von Asthma vielversprechend sein kann. Wenn du unsicher bist, solltest du mit deinem Arzt über die richtige Anwendung sprechen.

Es würde uns außerdem sehr freuen, wenn du deine Erfahrungen über Cannabis als Medizin mit uns teilst. Hinterlasse einen Kommentar!

Quellen   [ + ]

    Manuel Bayer

    Hey, ich bin Manuel Bayer. Ich bin leidenschaftlicher Hanf-Nutzer und befürworte dessen positive Eigenschaften. Und um diese dem Menschen schmackhaft zu machen, leistete ich mit meinem ersten Blog Aufklärungsarbeit. Heute habe ich mich auf Cannabidiol spezialisiert und beantworte alle Fragen rund ums Thema.